Sonntag, 27. April 2014

7 weeks positive: Halbzeit!

Aloha,

grob die Hälfte der Challenge ist rum (wie die Zeit vergeht!), weshalb es langsam drängt, mal wieder etwas dazu zu schreiben ;) Karmi, die diese Aktion auf ihrem Blog ins Leben gerufen hat, ist mit ihren 7 Wochen schon fertig, ich hab ja erst etwas später angefangen.

Meine ersten zwei positiven Wochen:
Für die ersten beiden Wochen meines Experiments ging es gleich richtig hart los: Ich war nämlich bei meinen Eltern zu Besuch! Während mein Vater ein eher schweigender Mensch ist, ist meine Mutter eigentlich den ganzen Tag nur dabei, sich tierisch aufzuregen, über alles und jeden. Dabei steigert sie sich dann so richtig rein: morgens geht es gleich damit los, dass das Wetter scheiße ist, dann hat irgendwer die Werbeprospekte im Hausflur unordentlich auf die Treppe gelegt, das Auto steht zu weit weg, die Baustelle an der Ampel nervt, in der Fußgängerzone ist ihr zu viel los... Kommt man dann abends nach Hause und gehen die Themen langsam aus, so wird einfach die Abendschau angeschaltet und danach eine politische Talkshow oder Castingsendung. Dabei regt sie sich dann derart über die Themen bzw. Aussagen der Personen auf, dass man vom eigentlichen Bericht nichts mehr mitbekommt, auch sie selbst nicht. Aber das scheint auch gar nicht von Belang zu sein. Am besten, irgendeine angekündigte Sendung kommt nicht, so wie es im Fernsehprogramm steht - dann kann man sich nämlich wieder so richtig empören und dann zweieinhalb Stunden damit verbringen, missgelaunt durch alle Sender zu schalten und sich aufzuregen, dass nur Mist im Fernsehn kommt.

Meine Mutter kann auch - ohne Scherz - einen dreistündigen Mecker-Monolog halten, der damit begann, dass der Hund aufs Sofa wollte, zwischendrin Eheprobleme thematisiert, die ich nie wissen wollte, die Kleidung von Jorge Gonzalez kirtisiert, in ihre Kindheit abdriftet und dann wieder zu überfüllten Obdachlosenheimen schwenkt. Und alles ist entweder ihre Schuld, weil sie zu dumm ist, oder, sofern sie die Schuld nicht irgendwie an sich reißen kann, sie ist das bemitleidenswerte Opfer und kann nichts dagegen tun. 

Also, was soll ich sagen, die ersten zwei Wochen haben mir den Sinn vom Positivdenken nochmal richtig schön gezeigt! Und ich konnte erfolgreich trainieren, sinnloses Gemecker und Negativdenken an mir abprallen zu lassen und mir damit nicht die Laune zu verderben. War manchmal schwer, aber hat unterm Strich ganz gut geklappt.

Woche Nummer 3:
Während der (grob) dritten Woche kam die meiste Negativität von Freund, der sich auf Arbeit nicht wohlfühlt und mittlerweile fast jeden Abend nach Hause kommt mit "War das wieder ein Schei*tag heute!" (er meint aber, woanders sei es auch nicht besser und er wolle promovieren - zeitgleich regt sich sein promovierender Kumpel auf, dass die Promotion Mist sei). Ich hab langsam das Gefühl, dass die meiste Negativität mach ich gar nicht selbst, sondern wird von anderen angeschleppt.

Zwischenzeitlich bin ich dann noch 30 geworden, was dann doch in eien etwas größere Feier ausgeartet ist. Normalerweise nicht mein Ding, zumal die Geburtstags- + Wohnungseinweihungsfeier letztes Jahr ziemlich blöd wurde. Aber ich hab mich diesmal gar nicht unter Druck gesetzt, was bestimmte Leute erwarten würden (z.B. wurden diverse Personen auch gar nicht mehr erst eingeladen), wieviel das alles kostet, was wann wie fertig werden muss etc... und irgendwie wurde alles fertig, ich bekam unerwartet viel Hilfe, alles hat Spaß gemacht, sogar die Freunde, die sonst soziale Ausnahmezustände darstellen sahen glücklich aus (die Art Leute, wo man sich den ganzen Abend fragt, was man tun könnte, um sie irgendwie glücklich zu machen und warum zum Teufel die überhaupt gekommen sind, wenn sie sich so offensichtlich fehl am Platze fühlen).

Was ich aus Woche 3 mitgenommen hab, war also grob, dass ich zwar offenbar für viele Leute eine Aufmunterungsfunktion bin (Freund hat mir das aber vor Jahren schonmal gesagt, dass ich so viel Lebensfreude hätte, dass das auf ihr auch rübersprudelt), aber auch, dass unheimlich viel zurückkommt (von Freunden und vielleicht auch einfach von der Welt ansich), wenn man Positives ausstrahlt.

...und was aus meinen Vorsätzen wurde:
Die Vermeidung negativer Nachrichten etc. ging ja anfangs nicht wirklich, als ich bei meinen Eltern war, allerdings konnte ich das gut an mir abprallen lassen. Ein ziemlich negatives "Medienereignis", über das ich mich wirklich hätte aufregen können, war die absolut verhunzte letzte Folge von How I met your mother, da quält man sich bei einer seiner Lieblingsserien mühsam durch die letzten beiden richtig blöden Staffeln und dann kriegt man so ein absolut furchtbares Ende. Da hab ich mir dann gedacht: Mir doch egal was die Produzenten sich da ausgedacht haben. Letztenendes ist das einfach nur ne Geschichte, und wenn ich mit deren vorgeschlagenem () Ende nicht zufrieden bin, dann denk ich mir halt selbst eins aus. Die gelbe Krawatte begegnet mir jetzt, wenn ich mal drauf achte, in verschiedenen Formen immer wieder: einfach nicht alles so ernst nehmen.

Die Arbeit mit positiven Affirmationen und Gedanken versuch ich weiter auszubauen. Bislang ist es ein bisschen wie ein Reflex geworden, sobald ich irgendwo "negativ werde", positive Aspekte oder Möglichkeiten der Situation zu suchen. Was ich nicht so konsequent durchgeführt habe, war die tägliche glücklichmachende Aktion bewusst einzuplanen, mal sehen, wie ich mich daran immer erinnern kann. Hoffentlich artet das dann nicht in täglichen Verzehr von meinem Lieblingseis oder so aus, aber Potential hat gerade auch meine Balkonarbeit, da wächst alles so schön und ich könnt ewig neben meinen Kräuterpötten hocken und Schnittlauch mampfen...

Konkrete Katastrophenphantasien gab es bislang noch nicht, es gibt da zwar ein Thema, das irgendwann in ein paar Jahren mal auf mich zukommen könnte und das mir nicht behagt, aber damit hab ich mich schon lang genug befasst. Dazu denke ich mir inzwischen (auch schon vor dieser Blgoaktion): es kommt eh wies kommt, egal ob man sich jetzt den Kopf drüber zerbricht oder nicht. Und für alles was man verliert, bieten sich dann auch wieder neue Möglichkeiten. Daher: wenn ich schon dran denke, dann nicht an das, was ich verlieren würde, sondern an das, was ich dadurch gewinnen könnte. Ob sich das ausgleicht, weiß ich nicht, aber je weniger katastrophal ich mir das vorstelle, desto weniger negativ wird es werden.

Das Positive in Personen sehen fiel mir in den drei Wochen relativ leicht, da ich irgendwie (bis auf Freunds Arbeitskummer und meine Muddi halt) eigentlich nur positiven Menschen begegnet bin bzw. die, die sonst eine Tendenz zum Trübsalblasen haben, in letzter Zeit doch erstaunlich gut drauf waren. Wenn ich mich über irgendwen aufgeregt hab, dann eher im lustigen Sinne, also eher kopfschüttelnd, was für chaotische (aber liebeswerte) Freunde ich da hab. Wie der eine, der seit zwei Monaten obdachlos ist und mal hier, mal da übernachtet, weil er es einfach net auf die Reihe kriegt sich endlich eine neue WG zu suchen, oder der andere, der zum Essen einläd, weil er zu viel eingekauft hat, und dann 6 Packungen Mozarella und drei trockene Brötchen anbietet... Ja, und irgendwie auch meine permanent meckernde Muddi


...also, ich bin gespannt, was in der zweite Hälfte meiner 7 Wochen noch so passiert.. Potential ist vorhanden: ich schreibe meine Diplomarbeit, muss zum Zahnarzt, suche einen Job bzw. eien Promotionsstelle und es stehen ein Festival, eine Hochzeit (auf die ich ganz freiwillig gehe!! Weil es eine "Wir feiern bei uns im Wohnzimmer, kommt vorbei wenn ihr möchtet"-Hochzeit ist) und Freunds Geburtstag an...

Donnerstag, 3. April 2014

Blogprojekt "7 weeks positive": Negativität fasten

Karmindra hat auf ihrem Blog das Projekt "7 weeks positive" gestartet und will versuchen, bis Ostern "Negativität zu fasten".

Den Sinn und Zweck einer Fastenzeit ansich habe ich nie wirklich verstanden, aber das positive Denken hatte ich mir vor einiger Zeit schonmal auf eine to-do-Liste geschrieben. Eigentlich mit der Zielsetzung, das eine Woche lang bewusst durchzuziehen und genau darauf zu achten, ob sich was ändert und wenn ja, was. Daher steige ich nun (wenn auch etwas spät, aber die Zeit ist mir ja wurst) bei Karmis Blogprojekt mit ein, um auch von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer zu lernen.


Meine Meinung zu negativen Dingen ist, dass wir sie manchmal brauchen, um eine bestehende Situation zu verbessern und insgesamt etwas Positives zu erreichen. In dem Sinne sind gewisse negative Dinge Hinweise und Wegweiser für uns, die man auch nicht ausblenden sollte. Es gibt aber auch unglaublich viel "unproduktive Negativität", die uns nicht vorwärts bringt, sondern im Gegenteil noch Energie raubt und blockiert.

Dies hier sind Karmis Regeln und was ich für mich daraus mache:
 
  • Vermeidung negativer Schlagzeilen, Nachrichten, Medien etc.
  • Es stimmt schon, dass Medien sehr einseitig auf negative Dinge und Katastrophen ausgerichtet sind. So funktionieren sie halt, denn das ist es, was sich am besten verkauft. Allerdings finde ich es wichtig, dennoch bei wichtigen Dingen auf dem Laufenden zu bleiben, denn wenn ich etwas in der Welt verbessern möchte, muss ich ja zunächst den Missstand identifizieren. Negatives "verdrängen" ist zumindest für mich kein Weg zum Glücklichsein, da das genau die Einstellung ist, die diese Situationen begünstigt. Entscheidend ist, wie man darüber denkt: konzentriert man sich auf das Problem, oder denkt man sich "Hey, ich kann helfen dieses Problem zu lösen, indem ich..." ? Für mich bedeutet diese Regel also: keine unnötigen Katastrophen-Nachrichten, bei denen ich nichts an der Situation ändern kann (Busunglücke, militärische Konflikte, gelbe Krawatten) aber informieren über Dinge, auf die ich Einfluss habe, und mich dabei auf das Positive was ich tun kann konzentrieren (Massentierhalung, Tierversuche, Krümel auf dem Küchentisch).

  • Arbeit mit positiven Gedanken und Affirmationen
  • Hier werd ich einfach versuchen, meine Gedanken positiv zu formulieren. Vorhin z.B. fiel mir mein Geodreieck die Dachbodentreppe runter. Statt "Ach Mist, jetzt muss ich nochmal runter" dachte ich "Juchu, es ist noch ganz!". Außerdem werde ich versuchen, mindestens einmal am Tag bewusst etwas zu tun, hören oder sehen, was mich glücklich macht.

  • Katastrophenphanatsien einschränken
  • Da ich generell ein sehr optimistischer Mensch bin, gibt es bei mir eigentlich keine großartigen Katastrophenphantasien. Bislang hat ja auch jede noch so blöde Situation irgendwie immer zu etwas Gutem geführt, daher ist mein Grundsatz bislang eher ein "Wenns in die Hose geht, hat man wenigstens trotzdem Erfahrungen gemacht!" und wenn mans mal so überlegt, die meisten "Katastrophen" sind ja jetzt auch nicht allzu schlimm.

  • Nichts Negatives über irgend einen Menschen sagen, versuchen das Positive sowohl in jeder Situation, als auch in jeder Person zu sehen
  • Nun gut, ich werd es versuchen, wobei das bei manchen Aspekten einiger Personen echt schwerfallen könnte. Aber da kann man ja zumindest versuchen, sie einfach zu ignorieren. Natürlich auch nur so weit, wie das Verhalten über welches ich mich empöre niemandem schadet außer der Person selbst. Ich mach ja hier Negativfasten zum eigenen Wohl und kein "die andere Wange hinhalten" oder "Missstände verdrängen". In dem Sinne wäre die Konsequenz, die Person als ansich negatives Element von mir fernzuhalten.

Der Gedanke ist der Ursprung für Worte und Taten. Das Problem an der Sache Die besondere Herausforderung ist daher: Man muss seine Gedanken positiv umformen, in dem Moment wo sie einem durch den Kopf schießen. Ich glaube, zunächst ist es ganz normal, dass man zunächst den üblichen Gedanken bildet, und dann schnell einen Gedanken zu etwas Positivem hinterherschiebt. Aber auf die Dauer kommt der bestimmt irgendwann von ganz allein zuerst hinzu und ersetzt dann vielleicht auch den Negativgedanken komplett.

Generell halte ich mich für einen sehr optimistischen Menschen, aber bin gespannt, was vielleicht noch passiert, wenn ich mal bewusst unproduktive negative Dinge von mir fernhalte.